Wie die Milchstraße entstanden ist

Damals im alten Griechenlande
man noch sehr viele Götter kannte.
Der Chef von allen, Zeus mit Namen,
war hinterher stets jungen, hübschen Damen,
mit denen er ganz ungeniert
sich außerehelich oft verlustiert.

Dereinst war wieder er vom Pfad der Tugend abgewichen,
hatt' sich zu einer jungen Schönheit hin geschlichen.
Dort ging es dann mit dieser Schönen, Netten,
geschwinde in und durch die Betten!

Und das Ergebnis dieser Liaison
sah man 9 Monat' später schon.
Ein Knabe dann erblickt das Licht der Welt,
der den Namen Herakles erhält.
Dies Bürschchen regte sich recht heftig
und war auch außerdem sehr kräftig!

Der Götter-Chef, stets an Ideen reich,
er packte sich den kräft'gen Knaben gleich,
und brachte dann das kleine Kind
zu sich nach Hause ganz geschwind.

Dort im Palast sucht' er dann schlau
nach Hera, seiner lieben Ehefrau.
Doch die lag grade, ach wie nett,
schlummernd auf dem Ruhebett.
Der kleine Herakles jedoch am neuen Ort
war mächtig hungrig nun nach dem Transport.

Sein Vater Zeus, ganz raffiniert,
hat leis' die schlafend' Hera anvisiert,
den Säugling dann, wohl überlegt,
der Gattin an die Brust gelegt.

Klein Herakles, der ja sehr kräftig,
saugt an der fremden Mutterbrust nun heftig.
Hierdurch wird Hera plötzlich wach,
erblickt an ihrer Brust das fremde Kind, und ach -
empört stößt von sich sie das Kind,
das gleich ein furchtbar Schrei'n beginnt.

Aus Heras Brust jedoch noch immer quillt
die Milch, mit der sie hat das fremde Kind gestillt,
und spritzt sogar in starkem Strahl
zum Himmel hoch mit seiner großen Sternenzahl.

Dort läuft die Milch dann ganz schnell breit
und um den ganzen Himmel weit.
Des Nachts sehn alle Menschen nun am Himmel
das altbekannte Sterngewimmel.
Ein breiter heller Streifen ist jedoch jetzt neu,
und den betrachten alle Menschen scheu.

Die Götter aber, schlau wie immer,
bezeichnen diesen weißlich-hellen Schimmer
dem schlichten Volk als eine Straße
aus Milch, die wohl am Himmel nie verblasse.

Das Volk glaubt's auch zweitausend Jahr',
bis dann das Teleskop erfunden war.
Das zeigte klar, dass keine Milch am Himmel,
nein es ist nur ein riesiges Gewimmel
von Sternen weit entfernt und dicht bei dicht,
die sieht man mit dem bloßen Auge nicht.

Der Name Milchstraß' blieb erhalten zwar
bis heute bei der Astronomen Schar.
Und wer noch etwas griechisch kennt,
sie vornehm auch Galaxis nennt!

Komet Shoemaker-Levy

Einst ein Komet auf seiner Bahn
Kurs auf den Jupiter-Planeten nahm.
Nachdem zuerst er diesen noch verfehlt,
er eine Umlaufbahn darum erwählt!

Dies aber ist ihm schlecht bekommen,
hat bald ein böses End' genommen.
Zunächst hat die Gravitation
den Kopf zerrissen ihm dann schon.

Gar bald sah man in einer Zeilen
die Bruchstücke zum Absturz eilen
auf des Planeten Gases-Hülle,
dies gab ein Feuerwerk von großer Fülle!

Dies Sturz-Ereignis war, wie lange nicht,
ein wissenschaftlich' Glanzes-Licht!
Die Daten, die beim Sturz gemessen waren,
erfordern eine ganze Zahl von Jahren,
für die Bewertung durch die Wissenschaft,
die dadurch weit'res Wissen schafft!

Als höchst erfreulich bleibt zum Schluss noch anzumerken:
Shoemaker-Levy hat mit seinen Feuerwerken
den Jupiter getroffen, und zum Glück
nicht unser gutes, altes Erden-Stück!
Es würde sonst kaum noch ein menschlich Wesen
etwas von dem Spektakel Lesen!

Das erste Keplersche Gesetz

Herr Kepler folgte einst am Kaiserhof von Prag
dem grad' verblich'nen Tycho Brahe nach.
Von diesem übernahm die Arbeit er dann bald,
bedauerlicher Weis' jedoch nicht das Gehalt!

Herr Tycho, der in jener Zeit gar sehr bekannt,
gearbeit't hatt' in Dänemark mit sein'm Quadrant:
Hat vieler Sterne Ort' am Himmel
genau vermessen im Gewimmel!

Fein säuberlich und sehr exakt dann war's,
was aufgezeichnet er von dem Planeten Mars,
um später dann, in ruh'gen Stunden
daraus zu rechnen des Planeten Himmels-Runden.

Herr Kepler dann versucht' die Daten-Massen
wie damals üblich, einer Kreisbahn einzupassen.
Trotz aller Rechentricks wollt' es ihm nicht gelingen,
für Mars 'ne Kreisbahn mathematisch zu vollbringen!

Dass dieses Werk ihm wollt' nicht glücken,
tat mächtig auf die Stimmung drücken!
Doch Kepler ist dann plötzlich so bei allem
Berechnen doch noch etwas eingefallen:

Wie wär's, wenn man den Kreis ein wenig drückt,
den Mittelpunkt dann teilt, und beide Teil' nach außen rückt,
dass eine neue Kurve dann ergibt sich,
die weithin schon bekannt ist als elliptisch?

Den Mars gesetzt nun auf die neue Kurvenbahn,
in einen Brennpunkt dann die Sonn' hineingetan,
nochmals gerechnet dann, mit dem, was Tycho einst gemessen:
Und siehe da, der Geistesblitz hat echt gesessen!

Zur Sicherheit wird nun bei andern
Planeten, die durch die Ekliptik wandern,
geprüft, ob bei der Rechnung dann man auch erhält
die Kurve, die man als Ellipse zählt.

Und siehe da, Herr Kepler wurde fündig,
sinnierte kurz und formulierte bündig,
was gilt fortan und auch noch jetzt
als erstes Keplersches Gesetz:

Ein jeglicher Planet um unsre Sonn' marschiert
auf 'ner Ellipsenbahn -wohl definiert -,
in deren einem Brennpunkt sich die Sonn' aufhält
ganz unumstößlich hier in unsrer Welt!

Vom Kinderspiel zum ersten Fernrohr

In Holland lebte vor paar hundert Jahren
ein kluger Mann mit Namen Lippershey,
der war im Brillenbau gar sehr erfahren,
hat seinen Lebensunterhalt verdient dabei.

Gar viele Brillengläser hat er hergestellt
für vieler Menschen schwache Augen,
so dass mit Brille sie dann wieder gut gestellt
und für das Leben wieder richtig taugen.

Auch ein paar Kinder hatt 'n, wie damals Brauch,
Herr Lippershey mit seiner lieben Frau;
die halfen ab und an ihm in der Werkstatt auch;
mit Kinderarbeit nahm man 's damals nicht so ganz genau.

Der Optik-Vater hat den lieben Kleinen oft gesagt,
wenn sie ihn bei der Brillen-Arbeit unterstützten,
dass sie von diesen Linsen ja nie ungefragt
zum Spiel gar welche sich stibitzten.

Einst war der Vater einmal aus dem Haus,
die Kinder nutzten die Gelegenheit,
und aus der Werkstatt holten Linsen sie sich raus
und zogen gleich damit ins Weit.

Am Rande dünn und in der Mitte dicker
war eine Linse, die für alte Augen vorgeseh 'n gewesen,
für eine Brille oder aber einen Zwicker,
damit ein alter Mensch kann wieder richtig lesen.

Die zweite Linse, mittig dünn, am Rande dick,
war wohl bestimmt für eines Menschen Auge,
das kurzsichtig war mit seinem Blick,
mit Brille wieder für die Ferne tauge.
Es halten nun die wackren Kinder
die beiden Linsen in den kleinen Händen;
mal eine vorn, die andere dahinter,
dann werd 'n die Reihenfolge sie noch wenden.

Sie schau 'n hindurch, die kleinen Racker,
ob was Besond 'res man auf diese Art entdeckt,
und sehn den Kirchturm hinter einem Acker
ganz plötzlich groß und nah - und sind erschreckt!

Noch einmal wird die Sache ausprobiert,
und wieder wird das Ferne plötzlich nah -
wenn man die Lupen-Linse vorn postiert
und durch die andre Linse hinten sah.

Die Kinder war 'n natürlich sehr erschreckt
und hab 'n die Linsen wieder heimlich abgelegt
in Vaters Werkstatt, dass der nichts entdeckt,
und sie etwa hinter die Ohren schlägt.

Nach Feierabend dann der Vater ist im Haus
und offensichtlich bestens auch gelaunt,
da rücken sie mit der Entdeckung raus:
Der Brillengläserschleifer-Vater ist gar sehr erstaunt!

Er eilt hinaus gleich mit zwei Linsen
und prüft die Angelegenheit dann auch im Feld,
sieht seine Kleinen fröhlich grinsen:
Die Wahrheit hab 'n sie ihm erzählt.

Hält man zwei Linsen von der richt 'gen Stärke
im rechten Abstand und blickt dann hinein,
sieht man die allerfernsten baulich Werke
ganz nah und groß, und nicht mehr fern und klein.

Der Vater ist sich nun sofort im Klaren,
die Linsen muss man stecken in ein Rohr,
damit sie stets den richt 'gen Abstand wahren -
und dies Gerät setzt man dem Auge vor.

Ein solches Rohr, das Fernes holt ganz dicht heran,
nennt Fernrohr er dann gleich und macht bekannt
dies neue Sehgerät bei Jedermann
damals im alten Niederland!

Wie der Abendstern auch Morgenstern wurde

Ein heller Stern im Sterngewimmel
leuchtet gar einst am Abendhimmel.
Ein wenig traurig war nun dieser Stern,
seit langem wünschte er sich herzlich gern,
dass er am Morgenhimmel wär zu sehen,
um vor der Sonne strahlend aufzugehen.

Als dieser Wunsch dem Herrn im Himmel
kam dann zu Ohren aus dem Sterngetümmel,
beschloss er schnell und doch sehr weise,
dass künftig unser Abendstern auch reise
zum Morgenhimmel und tu dort auch seine Pflicht,
und strahlt im allerschönsten Sternenlicht.

Ganz plötzlich geht fortan auf seine Weise
der Abendstern auf eine Himmelsreise.
Von nun an strahlt er allen Leuten
mal abends, mal zu Morgenzeiten.
Und alle Menschen sehn ihn gern,
den Abend- und den Morgenstern!

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