Sonne oder Mond

Die Sternwart'-Gäste, ohne Frage,
sind manchmal eine rechte Plage!
Da stellt ein Mensch, vielleicht vom Land,
'ne wicht'ge Frage kurzerhand:
Dass der Herr Astronom ihm doch erkläre,
welch Groß-Gestirn am Himmel wicht'ger wäre:
Ob unsre Sonne,die uns wärmt und leucht',
oder der Mond mit seinem Licht so bleich?

Schlagfertig gibt der dann auch ohne Zagen
stets rechte Antwort auf solch schwere Fragen:
"Der Mond scheint nachts, das ist bekannt,
bei uns und auch in jedem andern Land,

erleuchtet uns die Finsternis,
die nächtens hier so üblich ist.
Die Sonne doch scheint uns am Tage,
wenn es schon hell ist, ohne Frage!
Die Antwort können nun Sie selbst sich geben,
welch' Himmelskörper für Sie wicht'ger ist im Leben!"
Sprach's aus und wendet sich darob
nun wieder zu sein'm Teleskop!

Doppelsternbeobachtung auf Berliner Art

Ein Astronom bis Mitternacht
hält in der Fernrohrkuppel Wacht.
Hat ausgespäht nach manchem Doppelsterne,
denn solche "knackt" er mächtig gerne.

Nun wird es ihm jedoch zu kalt
und er verschließt den Kuppel-Spalt.
Macht seinen Eintrag noch im Buch
und meint: Für diese Nacht ist es genug!

Danach mit sehr beschwingtem Schritt
er seinen Weg nach Haus antritt.
Vorbei führt der an einer Stelle,
wo leuch't ein Schild: "Zur Pilsner-Quelle"

Der Sternfreund denkt, nach kühlen Stunden
mag ebensolches Bier nun munden.
Gedacht, getan: Nur wen'ge Schritte
sind's bis zur wahren Gaststub-Mitte.

Das erste Bier im Glase voller Pracht,
es funkelt wie die schönste Sternen-Nacht!
Jedoch nur kurz, dann ist's verschwunden,
das Innere des Sternenfreundes zu erkunden!

Dem ersten Bier folgt Nummer zwei,
nach kurzer Zeit sind's dann schon drei!
Und nebenan, die Stammtischbrüder,
sie singen ihre ersten leisen Lieder.

Dann wird der Sternfreund von zwei heitern
Stammtischgenossen kurz gebeten, zu erweitern
die trink- und sangesfrohe Runde
zu allerfrüh'ster Morgenstunde.

Man fragt ihn nun, wer bist denn Du,
was machste so, wie kommste denn dazu -
der Astronom schon etwas heiter
gibt gerne Auskunft und so weiter!

"Wat, Doppelsterne tust Du Dir besehn
und findest det im Kalten ooch noch schön?"
So fragt dann einer aus der lust'gen Runde
den neuen Mann im heit'ren Bunde.

"Jibt's denn da viel am Firmament
und braucht man da een Instrument?"
Die Neugier ist nun offenkundig,
der Astronom gibt Auskunft gern vollmundig.
Mit off'nem Mund wird nun gelauscht,
ein Wissensschwall vorüberrauscht.
Danach sind erst mal alle still,
weil jeder noch ein Gläschen trinken will.

Nachdem geleert der nächste Pilsner-Becher
legt sich ins Zeug ein froher Zecher:
"Is det een Umstand und ooch teuer,
mit so'nem Fernrohr-Ungeheuer!

So'n Ding kost' viele Tausende von Mark,
det find ick allerdings sehr stark!
Janz preiswert forschen wir doch hier
mit Schnäpperken und ooch mit Bier!

Wir trinken hier in unsrer Runde
so drei, vier Bierchen in der Stunde -
bis dann so kurz nach Mitternacht
sich jeder auf'n Heimweg macht.

Komm ick mit Schwung dann aus der Kneipen-Tür
zum Himmel hoch dann gleich ick stier
von daher kieken dann, oh Wunder,
nur lauter Doppelsterne uff mir runter.

Die blinzeln runter bis ick bin zu Hause,
heimleuchten mir nach jeder kleenen Sause!
So einfach, det versichere ick Sie,
betreib ick Doppelstern-Astronomie!

Nich Linsen, Spiegel brauche ick aus Glas,
nee, nur im Henkel-Topp det richt'ge Nass -
denn seh ick ville mehr, wie ick wohl gloob,
als Ihr mit Eurem Riesen-Teleskop!"

Der Astronom dann auf dem Weg nach Haus
denkt nur: Sieh an, man lernt nie aus!
Und will dann prüfen bald in nächster Zeit
die neue Technik gleich auf ihre Richtigkeit!

Unser Sonnensystem - in Reimen !

Die Sonne ist ein Stern gar heiß,
wie jeder auf der Erde weiß.
Sie leuchtet schon seit Jahrmillionen
wie noch so viele andre Fixstern-Sonnen.
Gar riesig ist sie, rund und gar nicht eckig,
dafür manchmal ein bisschen sonnen-fleckig.
Und was ganz wichtig auch für unsre Erde
sie wärmt und hütet die Planeten-Herde.

Der Sonne nah, zieht seinen Kreis
der Merkur, ein Planet recht ungemütlich heiß.
Nur knapp drei Monate sind dort ein Jahr,
wie 's hier noch niemals üblich war!
Aus Erz und Steinen soll er wohl bestehen,
und viele Krater sind auf ihm zu sehen.
Am Himmel sieht man ihn nicht gar so leicht,
da gar nicht weit er von der Sonne weicht.

Die Venus leuchtet uns grell-weiß,
auf ihr da ist es furchtbar heiß.
Und ihre "Luft" ist dick, drin schweben ungeheure
Tröpfchen aus böser Schwefelsäure!
Auf ihr ganz starke Winde wehen,
den Venusboden können wir nicht sehen,
denn rundherum 'ne dicke Wolkenschicht
verhindert eine klare Fernrohr-Sicht.
Als Morgenstern find 't sie jedoch bei allen
und auch als Abendstern Gefallen.

Als dritter dann in der Planeten-Herde
folgt unsre gute, alte, blaue Erde.
Wenn einmal sie um ihre Achse dreht,
uns gleich ein ganzer Tag vergeht.

Und einen Umlauf um die Sonne gar,
nennt man bei uns ein Erdenjahr.
Sehr hohe Berge gibt es auf dem Land,
im Ozean einen tiefen Wasserstand.
Das Klima ist, oh ja, das weiß ich,
in Tropen heiß, an beiden Polen eisig.
Gar viele Tiere gibt 's auf dieser Welt,
dazu den Mensch, der sich für 's Allerbeste hält.

Dann hat die Erde noch 'nen großen Mond,
auf dem bisher noch niemand wohnt.
Besuch erhielt der doch schon von Raketen,
und auch von Menschen, die die Gegend dort ausspähten.
Sein Erdumlauf dient von alters her darum
als Zeitmaß für der Menschen Kalendarium!

Der Mars folgt dann, von Anseh'n rot,
doch der Planet scheint ziemlich tot.
Kein Lebewesen dort sich hält,
da es an Luft und Wasser fehlt.
Und auch der Sand von dort ist ziemlich alt,
dazu ist es auch reichlich kalt.
Zwei kleine Monde konnt 'man noch entdecken,
die heißen griechisch: Furcht und Schrecken!

Nach Mars folgt dann ein größeres Gebiet,
in dem man nur mit einem Fernrohr sieht
gar viele Himmelskörper klein und groß:
Hier sind Asteroiden los!
Fast wie ein breiter Gürtel wirkt die Zone,
in der sie schwirren um die Sonne.

Als nächstes kreist gemächlich dann
der Jupiter auf seiner Bahn.
Als größter der Planeten ist er gut zu sehn,
auf ihm gar furchtbar starke Stürme weh 'n.
Man sieht viel Wolkenbänder und dann keck,
prangt drin der Große Rote Fleck!
Aus Gas besteht der ganze Riese gar,
besitzt auch eine große Monden-Schar,
von denen viere sind wohl ziemlich groß -
fast sieht man die schon mit dem Auge bloß.

Mit bloßem Auge ganz bequem
könn 'n den Saturn wir noch am Himmel sehn.
Doch erst im Fernrohr sieht man int 'ressante Ding:
Saturn hat einen schönen, großen Ring!
Dazu auch einen großen Schwarm von Monden,
die ihn auf Kreisen schön umrunden.
Um unsre Sonne einmal zu umfahren,
braucht er 'ne Zeit von fast schon dreißig Jahren.

Der Uranus ist ein Planet,
der großenteils aus Gas besteht.
In etwas über vierundachtzig Jahren
wird einmal er die Sonn' umfahren.
Sein Licht erscheint uns bläulich-grünlich,
ist das nicht wirklich eigentümlich?
Von vielen Monden wird er noch umkreist,
auch ein paar schwache Ringe er aufweist.

Der Neptun, der sehr schwer zu finden war,
braucht für einen Sonnenumlauf hundertfünfundsechzig Jahr'.
Ganz weit entfernt er seine Bahnen zieht
und Uranus in vielen Dingen ähnlich sieht.
Durch Rechnung hat man Neptun einst gefunden,
weil eine Störung zeigten des Uranus Umlauf-Runden.

Vor etwas mehr als sechzig Jahren
hat erst von Pluto man erfahren;
zweihundertfünfzig Jahre knapp braucht der für eine Reise
auf seinem großen Sonnenumlaufs-Kreise.
Von ihm, der einen Mond sein eigen nennt,
man sonst noch nicht so vieles kennt.

Am Himmel zieht auch ab und an
mal ein Komet wohl seine Bahn.
Sein Kopf schaut aus wie 'n Nebelfleck,
der Schweif zeigt von der Sonne weg!
Gar große Angst tat wohl in frühen Zeiten
so ein geschweifter Stern dem Mensch bereiten.
Doch heutzutag schon jeder weiß,
dass in Kometen man viel Staub und Eis
und auch noch Gase, die gefroren sind,
bei ganz genauer Prüfung find 't.

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