Historie

Der Beelitzer Wasserturm wurde 1927/28 am damaligen Rand von Beelitz für die Wasserversorgung der Stadt erbaut. Der 34 m hohe Turm mit einer Grundfläche von rund 100 m² steht auf einer 10 m mächtigen eiszeitlichen Sandablagerung, so dass er eine Gesamthöhe von 44 m über dem Stadtniveau hat. Kernstück war natürlich der in etwa 20 m Höhe (also 30 m über Stadtniveau) eingebaute Wasser-Behälter aus Stahlbeton mit einem Fassungsvermögen von rd. 200 m³. Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurden Fassade und Behälter durch Bomben beschädigt. Die Reparatur erfolgte in der Nachkriegszeit mit den damals beschränkten Mitteln, so dass Schäden an der Fassade weiterhin sichtbar waren. Im Lauf der Jahre hat sich dann der bauliche Zustand der gesamten Anlage verschlechtert; insbesondere sind durch etliche Leckagen des weiterhin als Wasserreservoir benutzten Behälters Schäden durch Kalkauswaschungen entstanden. Bei dieser Sachlage war gegen Ende der neunziger Jahre ein weiterer Zerfall des gesamten Bauwerkes in naher Zukunft abzusehen, wenn nicht grundlegende Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Bei der allgemein wenig rosigen Lage der öffentlichen Kassen war eine Bereitstellung größerer Beträge für die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen leider nicht möglich, so dass nur private Initiativen zum Ziel führen konnten.
"Rettung" des Turmes

Anfang März 1999 wurde der "Verein zur Rettung des Beelitzer Wasserturms e.V." gegründet. Das vom Ingenieurbüro Götz & Ilsemann entwickelte Konzept für eine Sanierung und Umnutzung des Wasserturmes musste natürlich mit den Behörden der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes abgestimmt werden, da das Bauwerk seit dem 28. Februar 1986 unter Denkmalschutz stand. Außer der zukünftig vorgesehenen Nutzung des Turminneren für eine Cafeteria, Wohnung, Büroräume, Aussichts-Café usw. war die Errichtung einer Sternwarte geplant. Hierfür wurde der Ein- bzw. Aufbau einer Beobachtungskuppel in das Turmdach vorgesehen, was natürlich den äußeren Anblick des Turmes verändern würde. Nach Bereitstellung erster Geldmittel durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Sparkasse des Landkreises Potsdam-Mittelmark, privater Spender sowie Zusagen von Land und Bund konnten die Arbeiten beginnen.
Jetzt konnte es "losgehen"

Und dann war es soweit. Mit der offiziellen Enthüllung des Bauschildes war der Startschuss zur Sanierung, noch unter Regie des "Verein zur Rettung des Beelitzer Wasserturmes e. V.", gegeben.
Sanierung

Neben dem Ausbau des Wasserbehälters wurden u.a. neue Geschoss-Decken eingezogen,
ein Aufzugsschacht sowie ein Treppenhaus eingebaut, eine durch mehrere Geschosse
gehende Fernrohrsäule gegossen, und die Dachkonstruktion für den Ein- bzw. Aufbau der Sternwartenkuppel verändert. Besonders arbeitsaufwändig gestaltete sich auch die Sanierung der Außenhülle.
Vom Wasserturm zur Sternwarte

Der Beobachtungsbetrieb der Sternwarte konnte dann schon nach Einbau des vom Verein zur Rettung des Wasserturms aus Spendenmittel beschafften Teleskops im Jahr 2004 aufgenommen werden. Nach dem Einbau einer Toilettenanlage und der Herrichtung des von der Sternwarte auch genutzten Panorama-Cafés steht nun seit dem 2. Halbjahr 2005 einem regelmäßigen Sternwartenbetrieb nichts mehr im Wege! Nachdem auch die Treppenanlage vor dem Eingang zum Turm erneuert wurde, zum Aufgang zur Sternwarte der Zugangsweg befestigt sowie eine Außenbeleuchtung angebracht wurde, ist nun auch ein sicherer Zugang zum Turm bzw. zur Sternwarte möglich.
"Besitznahme"

Da die im Rahmen der bisher bereit gestellten Geldmittel möglichen Arbeiten abgeschlossen
waren und das Turmäußere saniert ist, wurde am 2. Dezember 2005 der Wasserturm der Stadt Beelitz vom "Verein zur Rettung des Wasserturms" wieder "zurück" übergeben.
Im Rahmen dieser kleinen Feierstunde wurde dem Verein "Sternfreunde Beelitz e.V." das in der Kuppel montierte Teleskop mit einem Zeitwert von 9.000 EURO geschenkt.
Das es so kommen konnte ist vorallem dem "Verein zur Rettung des Wasserturmes" zu verdanken. Deshalb gilt an dieser Stelle unser besonderer Dank den Herren:
Dipl.-Ing. Jürgen Götz
Dipl.-Ing. Karsten Hochmut und
Dipl.-Ing. Michael Möller.
Der weitere (Innen-) Ausbau des Turmes hängt nun von an der Nutzung interessierten Personen/Institutionen und natürlich vor allem von der Bereitstellung weiterer Geldmittel ab!
Stifter

Deutsche Stiftung Denkmalschutz Land Brandenburg
Landkreis Potsdam Mittelmark
Stadt Beelitz
MBS Potsdam
Ing.-Büro Götz & Ilsemann
Getränke Hoffmann
Helmut Pantke
WWF Deutschland
Toto-Lotto
D. Lindemann - Hildesheim
Erste Treppenstufen spendeten
Prof. Dr. Jürgen Staude
Angelika Block
Fa. Erich Schleuder - Beelitz
Fa. Imme - Beelitz
Ronald Andersen
Kerstin und Jürgen Höpfner

Und so sieht die Verwandlung vom Wasserturm zur Sternwarte heute aus.