Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)

Das nach der politischen Wende gegründete Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP) nahm am 1. Januar 1992 seine Arbeit auf. Das Institut hat seinen Sitz auf dem Gelände der Sternwarte Babelsberg und führt die seit mehr als 100 Jahren in Potsdam ansässige hochrangige astronomische Forschung mit den modernsten Methoden fort. Vom 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatorium Potsdam über die 1913 mit ihrer Arbeit beginnende Sternwarte Babelsberg führt der Weg über die Deutsche Akademie der Wissenschaften und das Zentralinstitut für Astrophysik (beides Einrichtungen der früheren DDR) zur heutigen Zeit. Mehr denn je ist allerdings heute die Zusammenarbeit nationaler und internationaler Institute angesagt; und so arbeitet auch das AIP mit vielen anderen astronomischen Forschungseinrichtungen zusammen.

Das AIP ist in folgenden Bereichen der Astronomie/Astrophysik tätig:

Forschungsschwerpunkt I: Kosmische Magnetfelder

Forschungsschwerpunkt II: Extragalaktische Astrophysik

Forschungsschwerpunkt III: Entwicklung von Forschungsinfrastruktur und -technologie

Wissenschaftler sowie Laboratorien und Werkstatt sind im Wesentlichen in 4 Gebäuden untergebracht, die in den folgenden Abschnitten vorgestellt werden.

Sternwarte Babelsberg

Das nebenstehende Foto zeigt das Gebäude der 1913 eröffneten Sternwarte Babelsberg mit seinen 3 Fernrohrkuppeln. Dies ist eigentlich die 3. Berliner Sternwarte; denn wegen der sich Anfang des vorigen Jahrhunderts im damaligen Berlin immer mehr verschlechternden Beobachtungsbedingungen wurde eine örtliche Verlegung der Sternwarte erforderlich. Im Gebäude befinden sich u.a. eine größere Zahl historischer Instrumente, mehrere Büsten ehemaliger Sternwarten-Direktoren sowie eine Kopie der Kurfürstlichen Gründungsurkunde der Berliner Sternwarte.




Besonders hervorzuheben ist der in der großen Kuppel montierte Refraktor mit 65 cm Öffnung und einer Brennweite von 10 m. Dieses Teleskop war bei der Inbetriebnahme das erste von der Firma Zeiss in Jena gebaute Groß-Instrument für die beobachtende Astronomie! Das Instrument wartet aber zurzeit auf seine Restaurierung.







In der West- und Ostkuppel stehen 2 moderne Spiegelteleskope mit 70 bzw. 50 cm Öffnung für Beobachtungs- und Ausbildungszwecke bereit.

Foto: Teleskop in der Westkuppel








Foto: Teleskop in der Ostkuppel











Das im Juli 2000 eingeweihte moderne Forschungs- und Technologiegebäude "Schwarzschild-Haus" ist nach dem bekannten Astrophysiker und früheren Direktor des Astrophysikalischen Observatoriums Karl Schwarzschild benannt. Hier arbeiten Wissenschaftler theoretisch und Techniker in modernsten Werkstätten an der Entwicklung und dem Bau spezieller astronomischer Beobachtungsinstrumente.








Die im Juni 2002 eröffnete "Spiegelkuppel" ist ein moderner Nachbau des dort ursprünglich stehenden Kuppelgebäudes für ein großes Spiegelteleskop. In diesem Bau ist jetzt die Bibliothek des Instituts mit rund 65.000 Büchern und vielen Fachzeitschriften untergebracht Das frühere Kuppelgebäude war der Schutzbau für das bis Ende des 2. Weltkrieges dort stehende größte Spiegelteleskop auf dem europäischen Kontinent mit einem Spiegel-Durchmesser von 1,23 m.







Die westlich des Hauptgebäudes gelegenen "Meridianhäuser" sind anstelle der ursprünglich dort stehenden (und marode gewordenen) hölzernen Bauten vor wenigen Jahren neu erbaut worden. Im Inneren der Gebäude befindet sich jetzt das Medien- und Kommunikationszentrum (Media and Communication Center -MCC-); Beobachtungsinstrumente (die früheren "Meridian-Instrumente") sind dort nicht mehr aufgestellt.





Gewissermaßen "Außenstellen" des Astrophysikalischen Instituts sind das auf dem Telegrafenberg gelegene "Sonnenobservatorium Einsteinturm", Foto zeigt den Turm von 1921, (siehe gesonderter Beitrag), das Bau- und Technikdenkmal Großer Refraktor in seinem Kuppelgebäude (siehe gesonderter Beitrag), das in der Ostkuppel des Michelson-Hauses (früher: Hauptgebäude des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam; heute Sitz des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung) befindliche Teleskop für Sonnenbeobachtungen.









Dazu gehört weiter der im Keller unter dieses Kuppel befindliche Raum mit dem Michelson-Experiment.











Auch das südlich von Potsdam gelegene und weitgehend automatisch arbeitende Radio-Observatorium Tremsdorf (für Sonnenbeobachtungen im Radiowellen-Bereich), ist natürlich eine "Außenstelle" des Astrophysikalischen Instituts Potsdam.








Das Institut ist unter folgender Adresse zu erreichen:

Astrophysikalisches Institut Potsdam (AIP)
An der Sternwarte 16
14482 Potsdam

Telefon: 0331 - 7499-0; Fax: 0331 - 7499-209
E-Mail: info@aip.de
Internet: www.aip.de

Verfasser: H. Einsporn, 2/09
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